Profiloberstufe

Das Schulsystem in Schleswig-Holstein
 
Das Schulsystem der Bundesrepublik und des Landes Schleswig-Holstein steht seit nun einigen Jahren in stetiger Kritik. Besonders markant sind dabei vor allem zu lange Ausbildungszeiten und wachsende Anforderungen der Wirtschaft an Berufseinsteiger.
 
Aufgrund dieser Schwächen wurde eine Veränderung des Schulsystems erlassen. Ab dem Schuljahr 2007/08 findet der Einstieg in das Zentralabitur statt. Somit lassen sich die Leistungen der Abiturienten/innen besser vergleichen und die Qualität der schulischen Arbeit kann schneller entwickelt werden. Zentrale Abituraufgaben werden in den Leistungskursen Deutsch, Mathematik, in allen Fremdsprachen und allen Naturwissenschaften gestellt. Schleswig-Holstein wird beim Zentralabitur nach Möglichkeit mit Hamburg kooperieren.
 
Alle Schüler, die im Schuljahr 2008/09 in die 5. Klasse eines Gymnasiums einsteigen, werden ihr Abitur nach 8 Jahren auf dem Gymnasium abschließen können. Insgesamt wird die Ausbildungszeit bis zum Abitur somit auf 12 Jahre gekürzt.
 
Ebenso wird ab dem Schuljahr 2008/09 das System der gymnasialen Oberstufe umstrukturiert. Das dann gültige System nennt sich Profil-Oberstufe.
 
Die Profil-Oberstufe
 
Das wesentliche Merkmal der Profil-Oberstufe sind die Kernfächer. Jede/r Schüler/in wird 4-stündig und auf einem erhöhten Anforderungsniveau in den Fächern Deutsch, Mathematik und einer zu wählenden Fremdsprache unterrichtet. Aus diesen drei Kernfächern sind zwei Fächer für das schriftliche Abitur auszuwählen, welche wie im Zentralabitur geprüft werden.
 
Des Weiteren wählen die Schüler/innen ein Fächerprofil, durch welches sie fächerspezifische Schwerpunkte setzen. Das Profil ergibt sich aus einem profilgebenden Fach und der Ergänzung durch die zu den Unterrichtsthemen passenden Fächer. Schulen können ihre Profile unter bestimmten Themen laufen lassen.
Als Beispiel kann ein naturwissenschaftliches Profil unter dem Thema “Ökologie und Ökonomie” dienen, wobei Biologie als profilgebendes Fach durch Chemie und Wirtschaft/Politik ergänzt werden würde.
Das profilgebende Fach wird ebenso wie die Kernfächer vierstündig unterrichtet und ist in jedem Fall das dritte schriftliche Abiturprüfungsfach. Die Aufgabenstellung erfolgt hierbei dezentral.
 
Jede Schule muss mindestens zwei und kann bis zu fünf Profile anbieten. Im üblichen Fall werden mindestens ein sprachliches und ein naturwissenschaftliches Profil angeboten.
 
Unabhängig vom Profil werden folgende Fächer als Pflichtfächer bis zum Abitur zu belegen sein, sofern sie nicht durch die Profile abgedeckt werden:
- Zwei naturwissenschaftliche Fächer (Biologie, Chemie, Physik)
- Wirtschaft/Politik (WiPo)
- Geschichte
- Erdkunde
- Philosophie oder Religion
- Sport
- Musik oder Kunst
 
Aus allen Fächern, die nicht als Kernfach oder profilgebendes Fach belegt wurden, werden von den Schülern/Schülerinnen zwei weitere Prüfungsfächer für das Abitur gewählt. Die entsprechenden Prüfungen bestehen aus einer mündlichen und einer weiteren Prüfung, dessen Prüfungsart zwischen einer mündlichen und einer schriftlichen Prüfung sowie einer Präsentationsprüfung variieren und vom Schüler ausgewählt werden kann. Die Abiturprüfung wird demnach in fünf Fächern abgelegt.
 
 
Insgesamt ergeben sich allgemeingültig 34 Stunden Unterricht pro Woche für jede/n Schüler/in. Die Neugestaltung der Lehrpläne nach der neuen Struktur sowie der Unterricht in festen Lerngruppen ermöglicht eine bessere Organisation für fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen.